Die Handlungsorte aus dem Roman "Das weiße Gold des Nordens"

Bilder © Axel S. Meyer

Fluchtburg

Die Überreste einer Fluchtburg, die aussehen könnte wie jene im „Weißen Gold des Nordens“, habe ich auf einem Berg am schwedischen Tynn-See entdeckt. Dort findet man noch die Reste einer zusammengefallenen Steinmauer, die um die Bergspitze führte. Die Burg (schwedisch: Fornborgen) soll bereits im 4. Jahrhundert gegründet worden sein. Ich habe mir erlaubt, die Burg literarisch an den alten Nordweg zu exportieren.

 

Magdeburg

Unter den Ottonen stieg Magdeburg zur königlichen Stadt im Grenzgebiet zu den Slawenstämmen auf. Der heutige Dom (1363 geweiht) ist einst über den Fundamenten des Doms, den Otto I. bauen ließ, errichtet worden. Die Säulen aus Rosenporphyr, Marmor und Granit hatte der Kaiser wohl aus Ravenna herangeschafft. Die im Dom ausgestellte Heilige Lanze, die Otto im Jahr 955 zum Sieg über die Ungarn verholfen haben soll, ist eine Nachbildung. Das Original befindet sich in der „Schatzkammer“ Wien.

Poppostein

Bei dem Großsteingrab zwischen Schleswig und Flensburg in Schleswig-Holstein hat Bischof Poppo der Legende nach den Dänenkönig Harald Blauzahn Gormsson getauft, nachdem Poppo ihn mit der Eisenprobe von der Macht des Christengotts überzeugt hat. Um zu dem Hünengrab in der Gemeinde Sieverstedt zu gelangen, muss man den Bach „Helligbek“ finden, an dem unterhalb der Landesstraße 317 ein schmaler Pfad entlangführt. Und wer sich den allgegenwärtigen Mais wegdenkt, kann vielleicht die Lagerfeuer riechen, die wilden Männer knurren hören und den Bischof auf dem Grab stehen sehen.

Quedlinburg

König Heinrich I. übertrug im Jahr 929 seiner Gemahlin Mathilde die Quedlinburg als Witwengut. 936 wurde dort ein hochadliger Damenstift gegründet. In der sogenannten Confessio wurden einst König Heinrich I., seine Gemahlin Mathilde und deren Enkelin Mathilde, die erste Äbtissin des Damenstifts, beigesetzt. In der Stiftskirche St. Servatius befindet sich heute die Domschatzkammer, in der etwa alte Reliquienkästen (u.a. mit Schnitzereien aus Narwalzähnen verziert) aus der Ottonenzeit ausgestellt sind. Leider darf man die Exponate nicht fotografieren.

Trondheim

Im September 2012 suchte ich in der norwegischen Stadt Trondheim unter anderem nach Spuren der alten Siedlung Hladir im heutigen Stadtteil Lade. Den entscheidenden Hinweis auf den Standort des damaligen Jarlshofs gab das Etikett einer Flasche Mørk Lager – Lade Gaards Brygghus. Ob das Bier direkt im heutigen Anwesen „Ladegard“, das an der Stelle des alten Jarlshofs steht, gebraut wird oder nur Werbezwecken dient, weiß ich allerdings nicht.

Wipertikirche

Die St. Wiperti-Kirche in Quedlinburg hält einen besonderen Schatz bereit: eine hervorragend erhaltene Krypta aus dem 10. Jahrhundert, die mit Säulen aber auch mit ehemaligen Grabsteinen abgestützt wurde. Als ich bei meinem Besuch ganz unbedarft in die Krypta spazierte, wurde mir sofort klar: Hier könnte sich etwas ziemlich Grausames zugetragen haben.

Wolin

Mythen ranken sich um die Stadt Jumne. Einige Forscher sind der Meinung, dass Jumne identisch ist mit der auf geheimnisvolle Weise versunkenen Stadt Vineta und verorten Jumne beziehungsweise Vineta beim heute polnischen Wolin am Fluss Dziwna. Heute gibt es dort eine Slawen- und Wikingersiedlung - das liebevoll ausgestattete archäologische Freilichtmuseum Wolin.